normale Schriftgröße große Schriftgröße sehr große Schriftgröße

Röhr rudert volles Rohr

rudern: Der junge Offenbacher erzielt Bestzeit über die 2000-Meter-Distanz beim fünften Ergo-Cup in der Pfingstweide

von saskia helfenfinger-jeck

LUDWIGSHAFEN. Henrik Röhr wollte am Ende nur noch raus, raus an die frische Luft. Der junge Offenbacher war beim fünften Ergo-Cup Rhein-Neckar am Samstag im Gemeinschaftshaus Pfingstweide bis an die Schmerzgrenze gegangen und wurde dafür belohnt. Er erzielte eine neue Bestzeit über 2000 Meter bei den Leichtgewicht-Junioren.

Seine 6:35,0 Minuten vom Wochenende dürften beim letzten Rennen der deutschen Indoor-Rowing Serie am 5. Februar in Kettwig kaum noch zu knacken sein und damit den deutschen Meistertitel bedeuten.

„Auf den letzten 250 Metern war der Ofen aus”, resümierte Röhrs Trainerin Marie-Luise Vogel. Wer während des Rennens mehr Energie verbrauchte, Vogel oder Ruderer Röhr, bleibt Spekulation. Vogel, vor fast 20 Jahren selbst Junioren-Weltmeisterin im Doppelzweier, schrie und gestikulierte, was das Zeug hielt. Eine medaillenreife Vorstellung der Hessin, deren Schützling bei so viel Anfeuerung nicht anders konnte, als schnell zu rudern. „Sie heißt nicht umsonst Puschi”, erklärte Röhr lachend. „Von Henrik wird man einiges in dieser Saison hören”, ist sich Vogel sicher. Man könne die Ergebnisse unterm Hallendach zwar nicht eins zu eins auf draußen übertragen, aber „wer auf dem Ergo schnell ist, ist auch im Rudern schnell.”

Das bestätigte Christian Knab, Organisator des fünften Ergo-Cups Rhein-Neckar vom Ludwigshafener Ruderverein. Doch gibt es seit Jahren Ergometer-Spezialisten, die sich nur auf die Wettbewerbe unterm Dach vorbereiten. So mancher von ihnen habe noch nie in einem Boot gesessen, aber viele Kilometer im Keller oder im Studio heruntergespult.

Für den Großteil der Teilnehmer des Ergo-Cup Rhein-Neckar ist der Ruderergometer ein Trainingsgerät in der kalten Jahreszeit. „Nirgends lassen sich die Zeiten und Werte so gut vergleichen wie innerhalb der Serie, weil alle Rennen auf den gleichen Geräten gefahren werden”, sagte Knab. Der Wettbewerb diente den Ruderern als Standortbestimmung und Leistungstest unter den Augen zahlreicher Landestrainer.

Mit Ausnahme des Olympiakaders, der in einem Trainingslager im italienischen Sabaudia ist, war so ziemlich alles, was Rang und Namen hat aus dem süddeutschen Raum am Start. Der zweifache deutsche Meister 2011, Bastian Faralisch aus Heidelberg, distanzierte die Konkurrenz der Junioren 17/18 über 2000 Meter in 6:14,4 Minuten um zehn Sekunden und gewann anschließend auch den Sprint. WM-Teilnehmerin Svenja Leemhuis (Stuttgarter Rudergesellschaft) dagegen wurde bei den gleichaltrigen Juniorinnen über die 2000-Meter-Distanz Dritte. Einen Doppelsieg feierte der gastgebende LRV bei den Leichtgewicht-Juniorinnen im Sprint. Laura Rüdiger setzte sich über 350 Meter (1:12,8 Minuten) vor ihrer Vereinskollegin Diana Sola (1:16,3) durch.

„Eine Bombenzeit”, attestierte Knab dem siegreichen Männer-Achter der Frankfurter Rudergesellschaft-Germania. Die Hessen verwiesen in 55,5 Sekunden die Startgemeinschaft aus LRV und Wormser RC BW auf Platz zwei (57,0). „Wir hatten eine solche Zeit erwartet. Frankfurt dürfte wohl deutscher Meister werden”, meinte Knab.

Ergo-Cup Rhein-Neckar, das heißt seit fünf Jahren auch Show und Spektakel, wenn 16 Sportler auf einer Bühne zu harten Musikrhythmen um die Wette rudern, wild fuchtelnde Trainer und Zuschauer sich gegenseitig überbieten. Mit 80 Teilnehmern startete vor fünf Jahren auf Initiative von Knab der erste Wettkampf dieser Art in Ludwigshafen. „Ein wilder Ergo-Cup”, erklärte Knab augenzwinkernd.

Werden die Ruderergometer heute vom Hauptsponsor der Indoor-Rowing-Serie gestellt, musste Knab seinerzeit die Geräte von umliegenden Vereinen zusammenbetteln. „Als Gegenleistung gab es eine Flasche Wein”, sagte er. Über die Stationen Bürgerhaus Oppau und TFC-Sporthalle landete der Ludwigshafener Ruderverein im Gemeinschaftshaus Pfingstweide, das am Samstag wieder für mehr als 500 Ruderer ideale Bedingungen bot.


Einwurf

Vorbildlich

Von saskia Helfenfinger-Jeck


Während der fünften Ergo-Cup Rhein-Neckar noch lief, schaute Organisator Christian Knab vom Ludwigshafener Ruderverein schon voraus. Auf die sechste Auflage am 19. Januar 2013. Die Veranstaltung hat sich längst einen Namen gemacht, ist etabliert - bei den süddeutschen Landesverbänden genauso wie beim deutschen Ruderverband. Als der Wettkampf 2011 in die deutschlandweite Indoor-Rowing-Serie aufgenommen und damit Lauf zur deutschen Ruderergometer-Meisterschaft wurde, ging es in Sachen Teilnehmerzahl nochmals steil bergauf. Innerhalb eines Jahres verdoppelte sich die Zahl der Ruderer. Sowohl was die Qualität als auch die Quantität des Starterfeldes betrifft, zählt der Ergo-Cup Rhein-Neckar zu den Top-Drei in Deutschland. Und das soll auch in Zukunft so bleiben.

 

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Ludwigshafener Rundschau
Ausgabe: Nr.19
Datum: Montag, den 23. Januar 2012
Seite: Nr.14
"Deep-Link"-Referenznummer: '8578222'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper



 
SUCHE

 
KALENDER

WMDMDFSS
      1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031     
markierte:An markierten Tagen finden
Veranstaltungen statt.

 W: 

Hier können Sie eine
komplette Woche auswählen.
NEWSLETTER

Anrede*:


Name*:


Vorname*:


E-Mail*: