WORMS - NEU ERLEBEN


Worms ist als Dom- und Lutherstadt weithin bekannt. So konnte die Stadt im vorigen Jahr mit der Erinnerung an den Reichstag auf 500 Jahre Geschichte dieses folgenschweren Ereignisses zurückblicken.


Wer aber am 09. Juli die Stadt mit der Kolping-Familie besuchte, konnte ein noch anderes, vielen unbekannteres Worms erleben. Das Programm versprach Überraschungen.


Eine spirituelle, meditative Begehung der Magnuskirche




Wie sollte man das verstehen?


Zunächst erläuterte Herr Schober sehr kenntnisreich, wie sich die historischen Ereignisse der Stadt auch im kirchlichen Raum auswirkten und ihn prägten: Lutherzeit, Reformation, Zerstörungen im ´Pfälzisch-Französischen Erbfolgekrieg´ 1689, dann im 2. Weltkrieg und Wiederaufbau in den 50er Jahren.


Herr Schober beschrieb Martin Luther als einen streitbaren Geist, der kein anderes Bibelverständnis (s. Mennoniten) als sein eigenes zuließ.


War das profunde Wissen bezüglich der Kirche und ihrer Ausstattung auf der rationalen Ebene eine Bereicherung, so wurde die darauf folgende Klangschalen - Meditation für die meisten von uns zum Novum auf der emotionalen Ebene.


Georg Hassa spielte dabei auf verschiedenen Schalen mit Klöppeln und Reibholz und ließ durch Druck, Entfernung und Reiben der sechs Schalen dumpfe, tiefe oder helle Töne entstehen, die sich überlagerten und Schwingungen erzeugten. Er versetzte dabei auch uns in Schwingung. Mit Klangwellen, die zu Klangwelten wurden, konnten wir bei geschlossenen Augen den Alltag ausblenden und uns auf uns selbst einlassen, uns auf unser Inneres konzentrieren.


Dabei entstand zum Beispiel für mich so etwas wie eine neue Harmonie, eine Tür, die sich öffnete.


Mit dem ´kleinen Prinzen´ hätte man auch sagen können: Man sieht nicht nur mit dem Herzen gut, manchmal hört man auch mit dem Herzen gut.


Diakon K.A. Wendel führte unsere Klangimpressionen in der Beschreibung seiner Eindrücke zusammen und brachte unseren gemeinsamen Dank für dieses wunderbare Erlebnis auch im Gebet zum Ausdruck.


Wer die Kirchenbegehung dann noch fortsetzen wollte, konnte dies bei einem Rundgang tun und/oder bei einer Turm-besteigung, die etwas Mut, Ausdauer und Fitness erforderte.


Als Belohnung stand das Mittagessen in der Jugendherberge auf dem Programm, das sich aber auch die weniger Sportlichen verdient hatten - nicht zu vergessen die Jugend, die im Andreas-Stift-Museum die Römerzeit erforscht hatte.


Gut gestärkt und ohne weitere körperliche Anstrengung konnten wir uns danach vom Nibelungen-Holper-Schüttel-bähnchen durch mehr als 2000 Jahre Geschichte der Stadt Worms chauffieren lassen. Dabei holperte und stolperte das Bähnchen, kein Hindernis scheuend - unverdrossen über Stock und Stein, sprich Kopfsteinpflaster und schüttelte uns dabei kräftig durch. Doch diese, dank kundigem Fahrer, höchst interessante Fahrt würde einen eigenen Artikel erfordern.


Stattdessen war jetzt Entspannung angesagt.


So pilgerten wir unisono zum Eiscafé Vannini, wo sich jede/r ein Eis nach seinem Gusto genehmigen und genießen konnte.


Nicht vergessen werden soll jedoch der Dank an die Veranstalter dieser Fahrt und das Lob für die perfekte Organisation.


Ursula Päßler


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